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Zwei Familien aus dem Geschlecht der Schroffensteins stehen einander feindlich gegenüber, weil ein Erbvertrag festlegt, dass der ganze Besitz der überlebenden Familie zufallen wird. Dem beiderseitigen Misstrauen und Hass zum Trotz verlieben sich Ottokar und Agnes, die Kinder der verfeindeten Familien, ineinander, während ihre Väter sich immer mehr im Netz von Gewalt und Rache verstricken. Gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen heizen die Familienfehde an, Morde ziehen weitere Morde nach sich, Beweise werden konstruiert, Boten und Vermittler gelyncht. Die Liebe der Kinder kann niemanden zur Raison bringen. Es kommt zur tödlichen Katastrophe. Zu spät erst realisieren die Feinde, dass der vermeintliche Mord am Sohn der einen Familie nur ein tragischer Unglücksfall war: Die Gewaltspirale drehte sich ohne reellen Grund. Jetzt endlich reichen die Väter einander die Hände zur Versöhnung.
Komplexes Familienpsychogramm und zeitlos modellhaftes Stück über die Mechanismen von Hass und Krieg: Der knapp 25-jährige Kleist hat mit seinem ersten Theaterstück ein Werk voller Rätsel, überraschenden Wendungen und mehr als nur einer Wahrheit geschrieben. Kleist stellt dem Hass der Familien die Liebe der Kinder gegenüber, welche die Spirale aus Misstrauen und Rachegelüsten trotzig zu durchbrechen versuchen.
Es inszeniert Tilman Gersch, der in dieser Spielzeit auch seine Sicht auf Lessings “Nathan der Weise” im Großen Haus präsentieren wird.
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