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Die Familie Schroffenstein

Die Familie Schroffenstein         Trauerspiel von Heinrich von Kleist

Regie: Tilman Gersch     Ausstattung: Julia Kneusels

Zwei Familien aus dem Geschlecht der Schroffensteins stehen einander feindlich gegenüber, weil ein Erbvertrag festlegt, dass der  ganze Besitz der überlebenden Familie zufallen wird. Dem beiderseitigen  Misstrauen und Hass zum Trotz verlieben sich Ottokar und Agnes, die Kinder der  verfeindeten Familien, ineinander, während ihre Väter sich immer mehr im Netz von Gewalt und Rache verstricken. Gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen heizen die Familienfehde an, Morde ziehen weitere Morde nach sich, Beweise  werden konstruiert, Boten und Vermittler gelyncht. Die Liebe der Kinder kann  niemanden zur Raison bringen. Es kommt zur tödlichen Katastrophe. Zu spät erst  realisieren die Feinde, dass der vermeintliche Mord am Sohn der einen Familie nur ein tragischer Unglücksfall war: Die Gewaltspirale drehte sich ohne reellen  Grund. Jetzt endlich reichen die Väter einander die Hände zur Versöhnung.

Komplexes Familienpsychogramm und zeitlos modellhaftes Stück über die  Mechanismen von Hass und Krieg: Der knapp 25-jährige Kleist hat mit seinem ersten Theaterstück ein Werk voller Rätsel, überraschenden Wendungen und mehr  als nur einer Wahrheit geschrieben. Kleist stellt dem Hass der Familien die  Liebe der Kinder gegenüber, welche die Spirale aus Misstrauen und Rachegelüsten  trotzig zu durchbrechen versuchen.

Es inszeniert Tilman Gersch, der in  dieser Spielzeit auch seine Sicht auf Lessings “Nathan der Weise” im Großen Haus  präsentieren wird.