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Der italienische Prinz Gonzaga ist ebenso charmant wie gewissenlos. Als er zufällig Emilia Galotti begegnet, erfasst ihn sofort eine rasende Leidenschaft für das junge Mädchen. Sein Hauptziel ist es nun, sie zu besitzen, und er vernachlässigt darüber seine Staatsgeschäfte und seine Geliebte, die Gräfin Orsina. Als er erfährt, dass Emilia im Begriff ist, den Grafen Appiani zu heiraten, versucht er mit aller Macht, diese Hochzeit zu vereiteln. Doch die Trauung findet statt und Prinz Gonzaga wendet sich an seinen skrupellosen Kammerherrn Marinelli, der für ihn einen heimtückischen Plan ausheckt: Das Brautpaar wird überfallen, Appiani getötet und Emilia in das Anwesen des Prinzen gebracht.
Emilia schaudert bei dem Gedanken an ein Wiedersehen mit dem Prinzen, der ihr am Morgen seine leidenschaftliche Liebe gestanden hat. Gleichzeitig fürchtet sie, seinen Verführungskünsten zu erliegen. Währenddessen treffen Orsina und Odoardo Galotti, Emilias Vater, ein. Die eifersüchtige Gräfin gibt Odoardo einen Dolch, mit dem er sich und seinen ermordeten Schwiegersohn rächen soll. Gerade als Odoardo das Schloss verlassen will, um die Rache Gott zu überlassen, trifft er auf Emilia...
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) vollendete “Emilia Galotti” 1772, im gleichen Jahr fand auch die Uraufführung in Braunschweig statt. Neben der zeitlosen Kritik an Herrschaft und Korruption geht es in “Emilia Galotti” aber vor allem um den echten Gefühlskonflikt eines jungen Mädchens, das seine Verführbarkeit erkennt und an der Unmöglichkeit seiner Sinnlichkeit zugrunde geht.
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