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Volpone

Herr Fuchs oder einfach: Volpone

Komödie von Ben Jonson

Übersetzung: Stefan Zweig  Fassung: Sabrina Zwach

Premiere am Sonntag, den 08.11.2009, um 19.30 Uhr, Kleines Haus

Aufführungsdauer 2 Stunden. Keine Pause.

Regie / Bühne / Video: Herbert Fritsch   Kostüme: Victoria Behr   Musik: Ingo Günther   Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Mit: Herr Fuchs: Rainer Kühn   Mücke: Wolfgang Böhm   Herr Geier, Notar: Sebastian Muskalla   Herr Rabe, ein alter Adeliger: Franz Nagler  Herr Krähe, Kaufmann: Jörg Zirnstein              Leo, Beamter, Sohn des Raben: Florian Thunemann  Celia Krähe: Eva-Maria Damasko     Canina, eine Nutte: Monika Kroll   Der Richter, der Oberste der Sbirren: Michael Birnbaum

Volpone‘, so heißt der Fuchs auf Italienisch. Und tatsächlich fehlt es dem Titelhelden der bekanntesten Komödie von Ben Jonson nicht an List und Tücke. Gemeinsam mit seinem Diener Mücke plant er eine Abzocke, die so einfach wie genial ist.


Er setzt darauf, dass seine Mitbürger in der Stadt Venedig nicht weniger habgierig sind als er selbst. Er lässt Mücke das Gerücht verbreiten, er sei todsterbenskrank – und prompt kommen sie angeschwirrt, die Erbschleicher und Gierschlünde, und belagern den Fuchs in der Hoffnung, sein letztes Stündlein sei bald gekommen. Jedem verspricht der Fuchs, ihn großzügig in seinem Testament zu bedenken. Das lässt er sich gut bezahlen. Die Rechnung geht auf: der Strom an Bargeld, Geschmeide, kostbarem Geschirr und anderen hochwertigen Geschenken reißt nicht ab, denn jeder hofft, sich auf diese Weise als Alleinerbe zu profilieren. Einer ist sogar bereit, seine junge Frau (auf die er sonst rasend eifersüchtig ist) dem Fuchs für eine Liebesnacht zu überlassen.

Fuchs und Mücke amüsieren sich prächtig über die Dummheit ihrer Mitwelt – bis der Wind sich dreht und die Sache auffliegt. Das Gericht nimmt sich der Sache an, aber da die Erbschleicher nicht wollen, dass Fuchs verurteilt wird und der Staat sein Geld einsackt, sorgen sie dafür, dass er frei gesprochen wird. Nun lässt Fuchs das Gerücht verbreiten, er sei gestorben, um sich an der Schlacht ums Erbe zu weiden. Vorher verspricht er auch Mücke sein gesamtes Vermögen. Ein Schritt, den er noch bereuen wird, denn Mücke erweist sich als gelehriger Schüler seines Herren…

‘Volpone, or The Fox’ wurde 1605 im Londoner Globe-Theatre uraufgeführt. Ein Jahr vorher hatte Shakespeares ‚Othello‘ seine Weltpremiere, im Jahr danach ‚King Lear‘. Es waren die ersten Jahre der Regentschaft Jakob I., der Elisabeth auf dem englischen Thron nachfolgte. Ben Jonson (1572-1637) gilt neben Shakespeare als der bedeutendste Dramatiker dieser Epoche. Bevor er Schauspieler und Dramatiker wurde, schlug er sich als Maurer und Soldat durch. Mehrmals saß der als cholerisch bekannte Jonson in Kerkerhaft – unter anderem, weil er einen Schauspieler im Duell getötet hatte. Ob er der Todesstrafe entging, weil er als Spitzel der Regierung arbeitete, ist umstritten. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er gelähmt nach einem Schlaganfall.

Jonson gilt als ein Begründer der satirischen Typenkomödie. In ‚Volpone‘ greift er die Fabel vom schlauen Fuchs auf, der sich tot stellt, um Aasfresser anzulocken, die dann eine leichte Beute für ihn sind. Regisseur Herbert Fritsch und Kostümbildnerin Victoria Behr haben sich für die Wiesbadener Inszenierung von der italienischen Commedia dell’Arte inspirieren lassen. Die Tiernamen der Figuren werden beim Wort genommen und beflügeln ein hochtheatralisches Schau-Spiel, das inzwischen zum Markenzeichen für Herbert Fritschs Inszenierungen geworden ist (erinnert sei an seine Uraufführungs- Inszenierung ‚Spielbank‘ in der Wartburg!).

Herbert Fritsch war als Theaterschauspieler des hochkarätigen Volksbühnen-Ensembles unter der Leitung von Frank Castorf bekannt, bevor er sich verstärkt der Regie zuwandte. Mittlerweile ist er als Regisseur und als Bühnenbildner hoch begehrt, weil er in seinen Arbeiten ganz auf die Spielfreude der Schauspieler baut und einen wahren Theater-Furor entfacht. Er inszenierte an der Volksbühne, am Luzerner Theater, am Neuen Theater Halle, bereits mehrfach am Theater in Oberhausen und in Oslo. Außerdem ist Fritsch Performer, Videokünstler, Fotograf und Zeichner und rief 2000 das intermediale Kunstprojekt ‚hamlet_X‘ ins Leben. 2009 erhielt Herbert Fritsch für seine Inszenierungen von Molières ‚Tartuffe‘ und Joe Ortons ‚Beute‘ den Oberhausener Theaterpreis. Sabrina Zwach, die eine Neufassung der Zweigschen Übersetzung besorgte, hat bereits in mehreren Projekten mit Herbert Fritsch zusammengearbeitet.

 

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