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Die Leiden des jungen Werther

Die Leiden des jungen Werther    nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe

Regie: Tobias Materna    Ausstattung: Till Kuhnert

Werther irrt ein wenig orientierungslos durchs Leben.  Bis zu jenem Ball im Juli: Dort lernt er Lotte kennen und ist verzaubert von dem  ungefähr gleichaltrigen Mädchen. Lotte aber ist verlobt - mit dem elf Jahre älteren Albert. Werther weiß, dass er diesen Bund nicht zerstören darf. Noch dazu, da Albert ein netter Kerl ist; Werther und er freunden sich sogar an. Die  drei verleben einen gemeinsamen Sommer, der herrlich hätte sein können, wenn Werther sich nicht immer mehr zu Lotte hingezogen fühlen würde. Sie hält seinem  Drängen stand, muss standhalten. Diese unerfüllte Liebe ist für den jungen, stürmischen Werther nicht zu ertragen und er beschließt, die unheilvolle 'ménage à  trois' zu beenden, bevor sie richtig beginnen kann. Er leiht sich von Albert unter einem Vorwand dessen Pistolen.

Nach dem 'Urfaust' setzt sich  Regisseur Tobias Materna nun mit einem weiteren Werk des jungen 'Stürmers und Drängers' Johann Wolfgang Goethe auseinander. Der 1774 verfasste Briefroman über Werthers unerwiderte Liebe traf den Puls der Zeit. Der verzweifelte junge Mann, den seine leidenschaftlichen Gefühle und künstlerische Empfindsamkeit zwar auszeichnen, ihn letztlich aber zerstören, wurde zur Leitfigur einer ganzen Generation. Ein aufbegehrender, emotionaler junger Mensch, der nicht bereit ist, sich gesellschaftlichen Regeln zu fügen, die die Entwicklung der eigenen Individualität einschränken, wurde von Goethes Zeitgenossen immer auch als ein  Revoltierender gegen die absolutistische Ordnung verstanden. Nach wie vor ist 'Die Leiden des jungen Werther' ein starkes Plädoyer für Nonkonformismus - und eine große tragische Liebesgeschichte.

Tobias Materna, der künstlerische  Leiter der Wartburg, hat nach ersten Arbeiten am Schauspiel Bonn in den letzten Spielzeiten u.a. 'Elling' und 'Der Gast' sowie in der letzten Spielzeit 'Täglich  Brot' und 'Urfaust' inszeniert.

Theaterstücke

Quelle: www.staatstheater-wiesbaden.de